#frauenorte-der-podcast

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Mechthild von Magdeburg (Magdeburg; FrauenOrt Nr.25)

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Dem Andenken an Mechthild von Magdeburg sind in Sachsen-Anhalt zwei FrauenOrte gewidmet. In Magdeburg liegt der Schwerpunkt auf ihrem Leben als Begine, die ihr privilegiertes adeliges Leben im Umland aufgibt, um sich sozial-caritativen Aufgaben innerhalb der Beginen-Gemeinschaft im mittelalterlichen Magdeburg zu widmen. Hören Sie, was die Journalistin und Autorin besonders an Mechthild von Magdeburg fasziniert, was diese von anderen damaligen Philosophinnen und Schreibenden unterscheidet und warum sie auch Einflüsse auf die moderne Frauenbewegung des 20.Jahrhundert hatte.

Die Beginenbewegung war ein gesellschaftlicher Trend zu Beginn des 13.Jahrhunderts, es wird auf die europäische Dimension und weitere nachgewiesene Wirkungsorte in Deutschland eingegangen und auf die aktuelle Datenlage zur Mechthildforschung.

Intensive spirituelle Erfahrungen machte Mechthild bereits seit ihrer Teenagerinzeit, kontinuierlich aufgeschrieben hat sie sie erst mit etwa vierzig Jahren - auf Anraten ihres Beichtvaters, des Dominikaner Mönches Heinrich von Halle. Sie selber warnt im Vorwort ihres am Lebensende sieben Bände umfassenden Werkes "Das fließende Licht der Gottheit" vor der Radikalität der geschilderten Begegnung mit Gott und kritisiert ungeschönt die mächtigen, weltlichen Genüssen verfallenden Kirchenoberen. Dabei bedient sie sich der Volkssprache und auch der Traditionen der Minnedichtung.

In Magdeburg erinnern viele Orte wie die weithin sichtbare **transparente Plastik am Fürstenwall **(s. Coverbild), aber auch lebendige Traditionen wie der jährliche ökumenische Frauengottesdienst Mitte August an Mechthild. Die kommunale Gleichstellungsbeauftragte berichtet, wie sich ihr angenähert wurde und warum ihr Erbe gepflegt wird. Hier ist auch zu erfahren, warum die FrauenOrte-Tafel nicht an der modernen katholischen St.Mechthild, sondern **am Elbufer im Rosengarten der Magdalenenkapelle zu finden ist. **

Um 1270 musste Mechthild, bereits gesundheitlich angeschlagen, Magdeburg verlassen und fand im Zisterzienserinnenkloster **St.Marien zu Helfta **(heute ein Ortsteil der Lutherstadt Eisleben, s. eigene Podcastfolge) freundliche Aufnahme. Hier begann eine weitere intensive Schaffensphase, während der die Schwestern von der "ungelehrten Autorität" Mechthilds profitierten und Kloster Helftas Hohezeit als weibliches Bildungszentrum kulminierte.

Leider ist nicht mehr bekannt, wo sich im 13.Jahrhundert der Klosterfriedhof befand, so dass keine Grabstätte an die vermutlich um 1282 verstorbene Mechthild und die beiden anderen Mystikerinnen erinnern kann. Aber auch in Helfta wird mit einer modernen Figuren-Plastik am Wasser das Andenken bewahrt.

Literaturtipps: Mechthild von Magdeburg: Das fließende Licht der Gottheit. Eine Auswahl. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Hg. u. übers. v. Gisela Vollmann-Profe. Ditzingen (Reclams Universal-Bibliothek) 2008 und Mechthild von Magdeburg: Das fließende Licht der Gottheit. Kommentar von Gerhard Wehr. Wiesbaden (Marixverlag) 2010.

Hildegund Keul (Hg.): Lebensorte – Lebenszeichen: Auf den Spuren von Mechthild von Magdeburg und Elisabeth von Thüringen. Mainz (Matthias-Grünewald-Verlag) 2007.

Barbara Brüning: Mit den Augen der Seele schauen. Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn, Gertrud die Große. Leipzig (Militzke Verlag) 2008.

Die Grundwerke der drei großen Frauen von Helfta: Perlen deutscher Mystik. Gertrud die Große: Gesandter der göttlichen Liebe. Mechthild von Magdeburg: Das fließende Licht der Gottheit. Mechthild von Hackeborn: Das Buch vom strömenden Lob. Hg. v. Hans Urs von Balthasar et.al. Freiburg (Herder) 2001.


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Über diesen Podcast

FrauenOrte erzählen Geschichte(n), 52 mal in Sachsen-Anhalt und unter www.frauenorte.net. Der Podcast möchte die markanten FrauenOrte-Tafeln ergänzen, die "Geschichten dahinter" zu Gehör bringen. Akteur*innen vor Ort lassen uns teilhaben an Frauen-Schicksalen, Arbeitswelten und an den historischen Leistungen starker Frauen, die seit dem 10.Jahrhundert in Sachsen-Anhalt gelebt und gewirkt haben.

von und mit Anke Triller

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