#frauenorte-der-podcast

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FrauenOrt goes Schule (Halle, FrauenOrt Nr. 11 und andere)

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Von 1925 bis zu ihrer Vertreibung als Jüdin 1933 lehrte Marguerite Friedlaender an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle. Bis heute werden Produktserien dieser Pionierin des modernen Töpferns und Porzellangestaltung produziert und verkauft. Die "Hallesche Vase" befindet sich in der Sammlung des MoMa in New York und natürlich im hiesigen Kunstmuseum Moritzburg.

Auf der FrauenOrte-Tafel am Eingang zur Unterburg Giebichenstein ist ein Foto von Marguerite Friedlaender beim Töpfern zu sehen. Es steht stellvertretend für die berufliche Emanzipation von Künstlerinnen an der hiesigen Kunst(hoch)schule von 1916 bis in die Gegenwart.

Neben dieser Hochschule ist nun in Halle auch eine weiterführende Schule, die 3.IGS, eng mit diesem Namen verbunden - die Marguerite Friedlaender Gesamtschule in Halle (Saale).

Wie kam es, dass sie zur Namenspatin der 2. Integrierten Gesamtschule wurde? Wie wurde eine Projektwoche zur Initialzündung, an der nicht nur - wie naheliegend - künstlerisch gearbeitet, sondern auch geturnt, getanzt und gepflanzt wurde?

Wie gelingt, dass sich alle an Schule Beteiligten, d.h. Kollegium, Lernende und Eltern mit der Namenspatin und ihrem Leben "aufwachsend" vertraut machen?

Warum steht gerade dieses Friedlaender-Zitat oben auf der Homepage und ist die Schulfarbe Grün? Der Ring im Logo der Schule wurde übrigens der "Flugzeugtasse" (auch "Rungmoccatasse"), eine Friedlaender-Designstudio von 1932, nachempfunden Eine Abbildung befindet sich im Beitrag in u.g. Städtischer Publikation "Jüdisches Leben in Halle".

Antworten auf o.g. Fragen, aber auch Empfehlungen und Wünsche von Schulleiterin Romina Altenburg u.v.a.m. sind in dieser Folge zu hören. Ein weiterer lebendiger Beweis, wie sich die junge Generation mit Frauengeschichte als Teil von Landes- bzw. Stadtgeschichte auseinandersetzen lernt. Dieses Beispiel sollte Schule machen!

Redaktionelle Anmerkung: In diesem Podcast geht es um Frau Friedlaender. In Amerika ist sie unter diesem Namen (fast) unbekannt. Dort agierte sie unter Frau Wildenhain, um ihren langjährigen Ehemann und Kollegen Franz Rudolf (von 1930-1950 verheiratet) den beruflichen Neuanfang im US-Exil zu erleichtern. Dieses Zugeständnis an das damalige Rollenverständnis und auch die kollegiale und eheliche Beziehung ist sicher spannend, konnte und sollte aber nicht in diesem Schulporträt thematisiert werden. Deshalb hier der auch in anderen Veröffentlichungen übliche Verzicht auf die Doppelnamen-Nennung.

Weiterführende Hinweise:

zur Schule https://friedlaender-gesamtschule.de/ u.a. unter /unsere-schule/ mit einem Vorstellungsvideo und auch einer Präsentation der /projektwoche-november-2019/

zum authentischen FrauenOrt in der Unterburg Giebichenstein https://frauenorte.net/frauenorte/burg-giebichenstein-kunsthochschule-halle/ (In unserer diesbezüglichen Podcastfolge Nr. 11 kommt u.a. eine der beiden Schulpatinnen zu Wort)

Publikation der Stadt Halle (Saale) "Jüdisches Leben in Halle" von 2021 u.a. ab Seite 90 "Ein Porträt über Marguerite Friedlaender-Wildenhain" von Prof.em. Hubert Kittel

Videolink zum Youtube-Kanal von Charlotte Bé und dem Video "Hallesche Form" https://www.youtube.com/watch?v=xRHDFNxQ4c8

Liste schulischer Einrichtungen

(alphabetisch nach Ortsnamen), die ebenfalls einen Frauennamen tragen, der auch in Bezug zu einem FrauenOrt in Sachsen-Anhalt steht = Ergebnis der (nicht-repräsentativen) Online-Recherche:
Bitte nachmelden, falls eine Schule in Sachsen-Anhalt übersehen wurde!

  1. Bad Kösen (Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung; (GB) „Käthe Kruse Schule Naumburg“
  2. Haldensleben (Förderschule GB) „Johanne Nathusius Schule“
  3. Halle (Integrierte Gesamtschule) Marguerite Friedlaender Gesamtschule
  4. Kemberg (Sekundarschule) Ganztagsschule Ernestine Reiske
  5. Köthen (Förderschule GB) Angelika-Hartmann-Schule
  6. Lutherstadt Wittenberg Grundschule „Katharina von Bora“
  7. Magdeburg (Gymnasium) „Editha-Gymnasium“
  8. Magdeburg (Grundschule) „St. Mechthild-Grundschule“
  9. Oranienbaum (Grundschule) Henriette-Catharina-von Oranien-Schule
  10. Salzwedel Jenny-Marx-Grundschule & Hort
  11. Tangermünde Hort Grete-Minde-Haus

Ehemalige: Bernburg: zeitweise 1979 – 1991 ehemalige 3. POS „Olga Benario Prestes“ (zw. 1949-79 „Johann Wolfgang von Goethe“ und ab 1991 wieder Grundschule „JWvG“) Quedlinburg: aufgrund rückläufiger Schülerzahlen fusioniert im September 2004 das „GutsMuths-Gymnasium“ mit dem „Dorothea-Erxleben-Gymnasiums“ zum „GutsMuths-Gymnasium“ (31. Mai 1900 Ministererlass: „… der Realschule zu Quedlinburg wird der Name, GutsMuths-Realschule` beigelegt…“ ) unter Beibehaltung der Gebäude am Konvent 26a und des Hauses Erxleben am August-Bebel-Ring 19 (Süderstadt)


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Über diesen Podcast

FrauenOrte erzählen Geschichte(n), 52 mal in Sachsen-Anhalt und unter www.frauenorte.net. Der Podcast möchte die markanten FrauenOrte-Tafeln ergänzen, die "Geschichten dahinter" zu Gehör bringen. Akteur*innen vor Ort lassen uns teilhaben an Frauen-Schicksalen, Arbeitswelten und an den historischen Leistungen starker Frauen, die seit dem 10.Jahrhundert in Sachsen-Anhalt gelebt und gewirkt haben. Ergänzt werden diese Geschichten durch Videos auf dem eigenen FrauenOrte YouTube-Kanal.

von und mit Anke Triller

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