#frauenorte-der-podcast

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Sammlung Käthe Kruse (Bad Kösen; FrauenOrt Nr. 09)

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Als das unehelich geborene Mädchen Katharina Simon als Schauspielerin beim Berliner Lessingtheater begann, ahnte keiner etwas von deren zukünftiger Unternehmerin-Karriere.

Wohl auch vom 29 Jahre älteren Ehemann, dem Bildhauer Max Kruse, beeinflusst, wechselte sie vorerst ins Mutterfach. Seine künstlerische Beratung begleitete ihre ersten Puppenbau-Versuche für die eigenen Kinder und beförderte auch später ihren hohen künstlerischen, fast perfektionistischen Anspruch an alle ihre Produkte.

Den meisten als Schöpferin der pädagogisch und künstlerisch anspruchsvollen 15 Spielpuppen-Typen ein Begriff, schuf sie außerdem schon früh auch Produktvariationen: von ganz klein wie die Puppenstuben-Figuren bis hin zu lebensgroßen Schaufensterpuppen. Letztere waren in vielen Kaufhäusern in Berlin, Frankfurt oder München begehrt, weil sie täuschend lebendig wirkten und eine gut handhabbare Deko-Hilfe waren. Zukünftigen Kinderkrankenschwestern bzw. jungen Müttern gab sie ein realistisches Übungs-Objekt buchstäblich in die Hand, dem sogar Fieber gemessen werden konnte.

Hören Sie selbst, welche Überlegungen im Laufe der Zeit zu immer neuen Puppen-Entwürfen und Verbesserungen geführt haben. Was das Heilbad damit zu tun hatte, dass Käthe Kruse 1912 nach Bad Kösen kam. Und warum sie 1950 nach Donauwörth wechselte. Wie sie Marktforschung betrieb, gegen welche Widerstände und Wettbewerbsriesen sie sich sogar juristisch erfolgreich wehrte und wie die Einbeziehung der Kinder, wenn auch unterschiedlich für Töchter und Söhne, ins Familienunternehmen erfolgte.

Dieser akustische Rundgang soll anregen, sich selbst ein Bild von der neuen Dauerausstellung und natürlich von der kleinen, aber sehr energischen Puppen-Unternehmerin und siebenfachen Mutter zu machen. Er gewährt auch Einblicke in die Nach-Kruse-Zeit der Spielzeugproduktion „Made in GDR“, die bis heute mit der hochwertigen Plüschtier- Spielzeugmanufaktur fortgesetzt wird.

Natürlich lässt sich ein Museumsbesuch verbinden mit erholsamen Spaziergängen an gesunder Sole-Luft in den Kuranlagen und vielfältigen sportlichen Aktivitäten wie Radeln entlang bzw. Bootfahren auf der Saale im Burgenlandkreis und der übrigen wunderschönen Saale-Unstrut-Region!

Buchtipp: Eine aufwändig gestaltete Broschüre informiert umfassend über Leben und Werk der Puppenmacherin (120 Seiten, zahlreiche Fotos, durchweg farbig gedruckt) und ist zum Sonderpreis von € 9,50 nur im Museumsshop zu erwerben.

Filmtipp: Reisejournal „Unterwegs in Sachsen-Anhalt – FrauenOrte rund um Freyburg“ vom 27.02.21, nachzuschauen in der mdr-Mediathek oder unter https://frauenorte.net/neuerscheinungen/

Veranstaltungstipp: Eine öffentliche Sonderführung ist am 20.November, 15 Uhr ist geplant. Der Rundgang führt zu den ehemaligen Werkstätten und Wohnhäusern der Künstlerin sowie zum Romanischen Haus. Bitte informieren Sie sich aktuell unter https://www.naumburg.de/de/bad-koesen-erl/leben-und-werk-einer-puppenmacherin.html über Teilnahmebedingungen und den Kartenverkauf.


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Über diesen Podcast

FrauenOrte erzählen Geschichte(n), 52 mal in Sachsen-Anhalt und unter www.frauenorte.net. Der Podcast möchte die markanten FrauenOrte-Tafeln ergänzen, die "Geschichten dahinter" zu Gehör bringen. Akteur*innen vor Ort lassen uns teilhaben an Frauen-Schicksalen, Arbeitswelten und an den historischen Leistungen starker Frauen, die seit dem 10.Jahrhundert in Sachsen-Anhalt gelebt und gewirkt haben.

von und mit Anke Triller

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